Der Tag der Menschenrechte wird jedes Jahr am 10. Dezember begangen – dem Tag, an dem die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) verabschiedete. Die AEMR ist ein wegweisendes Dokument, in dem die unveräusserlichen Rechte verkündet werden, die jedem Menschen zustehen – unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, Sprache, politischer oder sonstiger Meinung, nationaler oder sozialer Herkunft, Eigentum, Geburt oder sonstigem Status. Sie liegt in mehr als 500 Sprachen vor und ist damit das am häufigsten übersetzte Dokument der Welt. 

Seit 20 Jahren verfolgt Youth for Human Rights International die Zielsetzung, junge Menschen über Menschenrechte aufzuklären, insbesondere über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, und sie so zu inspirieren, wertvolle Verfechter von Toleranz und Frieden zu werden. YHRI ist heute zu einer globalen Bewegung angewachsen, die hunderte von Gruppen, Vereinen und Ortsgruppen weltweit umfasst. 

Eine solche Ortsgruppe ist der Verein „Jugend für Menschenrechte Schweiz“. Zum 73. Jahrestag der Menschenrechte machten wir mit einer Verteilaktion und einer Werbekampagne im Zürich Hauptbahnhof auf die Menschenrechte aufmerksam.

Verteilaktion zum Internationalen Tag der Toleranz in Zürich

Was bedeutet Toleranz?

„Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Sie ist nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Toleranz ist eine Tugend, die den Frieden ermöglicht, und trägt dazu bei, den Kult des Krieges durch eine Kultur des Friedens zu überwinden.

[…]

„In Übereinstimmung mit der Achtung der Menschenrechte bedeutet praktizierte Toleranz weder das Tolerieren sozialen Unrechts noch die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugungen. Sie bedeutet für jeden einzelnen Freiheit der Wahl seiner Überzeugungen, aber gleichzeitig auch Anerkennung der gleichen Wahlfreiheit für die anderen. Toleranz bedeutet die Anerkennung der Tatsache, dass alle Menschen, natürlich mit allen Unterschieden ihrer Erscheinungsform, Situation, Sprache, Verhaltensweisen und Werte, das Recht haben, in Frieden zu leben und so zu bleiben, wie sie sind. Dazu gehört auch, dass die eigenen Ansichten anderen nicht aufgezwungen werden dürfen.“

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Weltfriedenstag

Am 30. November 1981 wurde der 21. September von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Tag des Friedens" erklärt. Er soll ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein.

In einer Welt, in der Kriege, Bürgerkriege und andere Formen von Gewalt existieren, ist der Frieden ein fundamentales Anliegen für Millionen von Menschen. Der Frieden bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krieg und Gewalt, sondern er bildet auch die Grundlage für die allgemeine Umsetzung der Menschenrechte. 

Der Weltfriedenstag ist dadurch auch ein Tag, um über die Menschenrechte nachzudenken und sich an sie zu erinnern. 

Menschenrechte 

Die Menschenrechte der UNO entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg und als Reaktion auf diesen. Die Allgemeine Erklärung dazu wurde am 10. Dezember 1948 von den damaligen Mitgliedstaaten in Paris angenommen. 

Der Artikel 3 dieser Rechte lautet: "Alle Menschen haben ein Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit." Somit sind Kriege und Gewalt elementare Verstösse gegen die Menschenrechte. Die UNO-Menschenrechte beabsichtigen, diese zu verhindern und den Frieden zu fördern. Überdies formulieren sie durch weitere der insgesamt 30 Artikel die Grundlagen für ein würdiges Leben der Menschen im Allgemeinen. 

Ansätze, um die Rechte zu fördern

Als Eleanor Roosevelt 1948 die Menschenrechte vorstellte, sagte sie: "Wo beginnen Menschenrechte? An den kleinen Plätzen, nahe dem eigenen Heim… Das sind die Plätze, an denen jeder Mann, jede Frau und jedes Kind gleiches Recht, gleiche Chancen, gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Solange diese Rechte dort keine Geltung haben, sind sie auch woanders nicht von Bedeutung".*

Die Umsetzung der Menschenrechte beginnt somit im Alltag eines jeden einzelnen, und die Grundlage dafür ist das Kennen und Verstehen dieser Rechte. Jeder kann einen Beitrag leisten, indem er die Rechte selbst anwendet und das Wissen darüber an Andere weitergibt.

* Zitat aus der Broschüre "Die Geschichte der Menschenrechte" von United for Human Rights International www.humanrights.com

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Botschaft von Dr. Mary Shuttleworth

Präsidentin, Youth for Human Rights International

In schwierigen Zeiten wie der aktuellen Pandemie stellt sich die Frage, woran man sich orientieren soll. Vielleicht hilft es dabei, sich an die grundlegenden Werte, welche unsere Gesellschaft begründen, zu erinnern. Diese Werte werden beispielsweise durch die Grundrechte unserer Verfassung von 1999 beschrieben, und sie entsprechen im Wesentlichen auch den Menschenrechten der UNO von 1948.

Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Pandemie erleben wir nun Einschränkungen, welche auch diese Grundrechte betreffen. Um das fundamentalste Recht, das Recht auf Leben, zu gewährleisten, sind andere Rechte wie das Recht auf faire Arbeitsbedingungen, das Recht auf Bildung, die Freiheit des Kulturlebens, die Freiheitssphäre des Einzelnen oder die Versammlungsfreiheit vorübergehend aufgehoben oder beschränkt worden. Auch wenn diese Beschränkungen zurzeit als nachvollziehbar erscheinen mögen und formell korrekt beschlossen wurden, so besteht nun eine gewisse Gefahr, dass die Ausnahmen zu längerfristigen Gewohnheiten werden könnten. Umso wichtiger ist es, dass die Grund- und Menschenrechte in ihrer Gesamtheit bekannt bleiben, denn sie sollten auch während der aktuellen Krise so weit wie möglich in Kraft bleiben und durch Menschen weiterhin im Alltag umgesetzt werden, und in der Zeit nach der Pandemie sollten der Gesellschaft die Grund- und Menschenrechte wieder umfassend und ohne massgebende Einschränkungen zugestanden werden.

Die Menschenrechte der UNO wurden als Reaktion auf die Gräueltaten des zweiten Weltkrieges erarbeitet. Die Allgemeine Erklärung dazu wurde am 10. Dezember 1948 von den damals 58 Mitgliedstaaten in Paris angenommen. Die Schweiz hat sich formell im Jahr 1992 dazu verpflichtet, diese Rechte weitgehend aufzugreifen und umzusetzen, durch die Ratifizierung der Internationalen Pakte I und II, die ursprünglich 1966 entstanden sind. Ein ebenfalls wichtiges Datum in diesem Zusammenhang ist der Holocaust Gedenktag am 27. Januar, mit Bezug auf die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945. Dieses Datum erinnert uns auch daran, dass es Zeiten gab, in denen die Menschheit noch grössere Probleme hatte als heute.

Wir nehmen dies nun zum Anlass, um Ihnen die "Die Geschichte der Menschrechte" als Broschüre zuzustellen. (Alternativ dazu ist diese Abhandlung auf unserer Homepage auch als Video auffindbar.)